Was werden Sie wohl sagen?
Mittwoch, September 29th, 2010So. Zeit mal wieder in die Tasten zu hauen. Mittwochs ist bei uns immer Männerabend: ich verbringe den Abend alleine mit dem Junior. Als wir heute Abend so gespielt haben und er auf seiner Lieblings iPad App Gänseblümchen gezupft hat, kam mir plötzlich die Frage in den Sinn: “Was wird er wohl mal in seinem Ruhestand übers Internet sagen?”.
Entwicklungen in Zeiträumen zu sehen ist ja immer ne spannende Sache. Wir sitzen täglich vorm Gerät, sind in Meetings und umgeben uns auch sonst mit Gleich-Wahnsinnigen Onlinern. Man denkt alles steht. So wie nach einer Stunde mit 200 auf der Autobahn. Es ändert sich doch kaum noch was, denk ich mir manchmal. Doch erst wenn man ein paar Zentimeter Abstand hat oder aus dem Auto ausgestiegen ist, wird immer wieder das Ausmass der Veränderung klar.
Mein Vater erzählt uns immer gern mal die Geschichte von seiner Uroma - also meiner Ururoma. Sie lebte damals im Bayrischen Wald und als der erste Zug ins Dorf kam - hat sie ihm erzählt - haben Bauern Heu auf die Gleise geworfen. Sie meinten, der Zug bräuchte was zum fressen. So fremd jetzt diese Story auch klingen mag. So lang ist das noch nicht her. Gute Hundert Jahre. Und klar. Die Bauern waren keine Early Adopter. Es gab ja auch Leute die diesen Zug gebaut haben und sehr wohl über die Technik Bescheid wussten.
Wenn ich heute im Radio Werbung vom Örtlichen höre, denke ich mir, verschwendetes Geld, warum sperren die nicht zu? Wobei die Gelben Seiten noch vor 15 Jahren absoluter Standard waren, wenn man nen Arzt oder Handwerker gesucht hat. Selbst bei den Early Adoptern.
15 Jahre. Und vieles, sehr sehr vieles hat sich im Alltag geändert. Mein iPhone zeigt mir genau wo ich bin, was wer gerade macht und wer mir ne Mail geschrieben hat. Wobei vor 15 Jahren klar war, dass sich einiges tun wird. Ich habe 1995 vermutet, dass es 2010 schlaue Bots gibt, die Online viel für einen erledigen. Da wurde ich enttäuscht. Vieles ist immer noch so 1995. Aber eben in vielen Dingen auch überrascht. Sowas wie das iPad hab ich mir nicht vorstellen können.
Wenn ich jetzt aus dem mir bekannten Zeitfenster “15 Jahre” mal rausgehe und überlege was in 60 Jahren sein wird … viermal so lange. Die Innovation wird sich wohl mehr als vervierfachen.
Heute gibt es auf dem iPhone eine App um zu sehen welches Zelt auf der Wiesn schon voll ist. Wie wird man diese Information in 60 Jahren wahrnehmen? Wird es noch immer um Informationen gehen? Was meint Ihr dazu?
Bin neugierig. Grüsse vom namewise


